Wie gesund ist das Osterei? Lassen Sie sich nicht vereiern.

Ostern steht kurz vor der Tür – und das bedeutet, dass der Eierkonsum steigt. Hühnereier sind aber nicht nur an Ostern beliebt, sondern das ganze Jahr über als Frühstücksei oder Omelett. Deshalb haben wir uns mit der Diskussion „böses Ei – gutes Ei?“ beschäftig. Wie gesund sind Eier eigentlich?

Ostereier
Das IFB wünscht allen Leser/innen FROHE OSTERN! (Foto: Jan Schmidt/flickr.com)

Die Rolle des runden Tierprodukts für die Gesundheit ist nämlich seit vielen Jahren umstritten. Oft ist zu hören, Eier seien „Cholesterinbomben“ und schadeten so der Gesundheit. Dennoch braucht der Körper für die normale Zellfunktion eine gewisse Menge an Cholesterin; das meiste produziert er selbst in der Leber.

Schadet Nahrungscholesterin der menschlichen Gesundheit?

Die Frage ist, wie stark beeinflusst das gegessene Cholesterin den Cholesterinspiegel im Blut? Im Gegensatz zu dem „guten“ Cholesterin im Blut (HDL) steigert nämlich zuviel des „schädlichen“ Cholesterins (LDL) das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie z. B. Herzinfarkt oder Schlaganfall. Eine chinesisch-amerikanische Metaanalyse, über die das British Medical Journal 2013 berichtete, kam zu dem Schluss, dass auch das tägliche Frühstücksei nicht schädlich sei. Es bestätigte sich, dass das über die Ernährung zugeführte Cholesterin nur geringfügig zum Spiegel des „schädlichen“ LDL-Cholesterins im Blut beiträgt. Schwerwiegender ist der Genuss von gesättigten Fettsäuren, die vor allem in fettem Fleisch, Wurst, Käse, Butter und anderen tierischen Fetten vorkommen; im Ei sind die Werte davon minimal. Zu bedenken ist auch, dass Bewegungsmangel hohe Cholesterinwerte begünstigt.

Warnung vor Eierkonsum wackelt

Das US-Amerikanische „National Institute of Health”, die Hauptgesundheitsbehörde der Regierung, und sein Komitee für Ernährungsempfehlungen (Dietary Guidelines Advisory Committee) änderte kürzlich seine Botschaft an die Verbraucher und „erlaubt“ mehr Eier. Das Limit des Nahrungscholesterins auf 300 mg pro Tag wurde fallen gelassen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät Menschen, die auf ihren Cholesterinspiegel achten müssen, nicht mehr als zwei bis drei Eier die Woche zu essen. Diese Empfehlung wird auch wegen des relativ hohen Fettgehalts gegeben. Die versteckten Eier z. B. in Backwaren sollte man dabei mitzählen. Oft findet sich in medizinischen Medien sogar noch die Empfehlung bei zu hohen Cholesterinblutspiegeln nicht mehr als ein Ei pro Woche zu essen.

Was steckt im Ei?

Der Cholesteringehalt eines Eis ist je nach Größe etwa 180 bis 220 mg. Neben rund 7 g hochwertigem Eiweiß enthält ein Ei etwa 6 g Fett und die fettlöslichen Vitamine A, E, D und K sowie verschiedene B-Vitamine und Mineralstoffe wie Kalzium, Eisen, Jod und Selen. Dabei schneiden braune und weiße Eier gleich gut ab; der Farbunterschied geht lediglich auf unterschiedliche Hühnerrassen zurück. Das Ei ist also grundsätzlich ein wertvolles Lebensmittel, mit vielen wichtigen Nährstoffen.

Woher ein Ei kommt, lässt sich am Erzeugercode erkennen, der auf jedem Ei aufgedruckt ist. Die erste Nummer gibt an, wie die Hühner gehalten wurden: 0 steht für Öko-, 1 für Freiland-, 2 für Boden- und 3 für Käfighaltung. Ein Kürzel steht für das Erzeugerland, z. B. DE für Deutschland. Die Größenangaben sind S, M, L, und XL. Der Dotter von Bioeiern ist meist heller, da in der Fütterung auf Farbstoffe verzichtet wird. Bioeier sind nicht per se gesünder, aber die Haltungsbedingungen für die Tiere sind tiergerechter.

Eier sind also besser als ihr Ruf – in diesem Sinne wünschen wir all unseren Lesern, Patienten und Mitarbeitern ein frohes Osterfest. Und denken Sie daran: Für Schokoladeneier gelten leider andere Regeln.

Doris Gabel, Martin Liborak