Viele Auszeichnungen für die Adipositas-Forschung in Leipzig

Die letzten vier Monate des Jahres 2014 waren für die Adipositas-Forschung an der Universitätsmedizin Leipzig durchaus ein „Goldener Herbst“, denn es gingen gleich mehrere Preise an Nachwuchsforscherinnen und -forscher.

Preisverleihung
Junge Wissenschaftler aus der Adipositasforschung an der Universitätsmedizin Leipzig erhielten im Herbst 2014 viele Auszeichnungen. (Foto: iStock/Dean Mitchell)
Dr. Claudia Sikorski erhielt 2014 den Dr. Carl-Zeise-Preis der Universität Leipzig für die beste Dissertation im Fachgebiet Medizin. (Foto: IFB Adipositas)

Sie kommen vom Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen, vom Sonderforschungsbereich (SFB) Adipositasmechanismen und vom Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationserkrankungen (LIFE).

Im September erhielt Dr. Claudia Sikorski den Dr. Carl-Zeise-Preis der Universität Leipzig. Der Preis prämiert jährlich die beste Dissertation auf dem Fachgebiet der Human- oder Zahnmedizin. Dr. Sikorskis Doktorarbeit behandelt das Thema „The Stigma of Obesity and its Implications for Public Health“. Sie leitet am IFB die Nachwuchsforschungsgruppe zu „Stigmatisierung und internalisiertem Stigma bei Adipositas“ und arbeitet am Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health der Universität Leipzig. In speziellen Befragungen in der Bevölkerung aber auch unter Medizin-Studenten und Klinikpersonal konnten Sikorski und ihr Forschungsteam eine deutlich negative und stigmatisierende Haltung gegenüber Menschen mit Adipositas nachweisen.

Dr. Anne Brauhardt erhielt den „Best Student Abstract Award“ der der "Eating Disorders Research Society" (EDRS, 2014). (Foto: IFB Adipositas)

Ebenfalls im September erhielt die Psychologin Dr. Anne Brauhardt den „Best Student Abstract Award“ von der größten internationalen Fachgesellschaft zur Erforschung von Essstörungen, der Eating Disorders Research Society (EDRS) in den USA. Brauhardt erforscht im Bereich Verhaltensmedizin des IFB AdipositasErkrankungen, wie die Behandlung der Essanfalls-Störung (Binge-Eating-Disorder, BED) verbessert werden kann. In ihrer Dissertation untersuchte sie, wie sich die Treue der behandelnden Psychotherapeuten zum Behandlungs-Manual auf Therapie und Patienten auswirken. Ein interessantes Ergebnis ihrer Untersuchungen war, dass sich trotz der genauen Vorgaben des Manuals, trotz wiederholter Trainings im Rahmen der Studie sowie regelmäßiger E-Mail-Feedbacks zu den eigenen Sitzungen der Therapeuten, bedeutsame Unterschiede zwischen den Behandlern zeigten.

Julian Schwartze
Julian Schwartze erhielt den Preis für das beste Forschungsposter beim European Childhood Obesity Group (ECOG) Kongress 2014. (Foto: IFB Adipositas)

Julian Schwartze erhielt einen Preis für das beste Forschungsposter zum Thema “C1QTNF5 Expression in Human Adipose Tissue is related to Inflammation in Children and is regulated by TNFalpha” durch eine Expertenjury des European Childhood Obesity Group (ECOG) Kongress, der im November in Salzburg (Österreich) stattfand. Der junge Wissenschaftler arbeitet seit 2013 in der Forschungsgruppe „Childhood Obesity“ (Kindliche Adipositas) unter Leitung von Prof. Antje Körner, in der Studien des SFB und IFB durchgeführt werden. Schwartze untersucht die negativen Auswirkungen von kindlicher Adipositas auf den Stoffwechsel und das Herz-Kreislauf-System. Dabei spielen Hormone, die im Fettgewebe gebildet werden (Adipokine), eine besondere Rolle. Bei starkem Übergewicht sind die Adipokine fehlreguliert. Der 28-jährige gebürtige Frankfurter interessiert sich speziell für das noch wenig beforschte Adipokin CTRP5, das u. a. mit Entzündungsreaktionen im Fettgewebe assoziiert ist. Diese Entzündungsreaktionen sind wiederum verbunden mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes und Gefäßerkrankungen. Schwartze und seine Kollegen profitieren für ihre Untersuchungen von den umfangreichen Fettproben aus Kinderkohorten, die in der großen Fettgewebebank der Universitätsmedizin Leipzig gelagert sind.

Mandy Geserick und Mandy Vogel vom Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationserkrankungen (LIFE) erhielten bei der Tagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft und der Deutschen Adipositas-Gesellschaft im November in Leipzig einen Preis für das beste Forschungsposter mit dem Thema „Tracking of BMI from Infancy to Adolescence and Predictive Value for the Development of Obesity.“ Sie untersuchten die Aussagekraft des langfristig gemessenen Body-Mass-Indexes bei Kindern und Jugendlichen für die spätere Entwicklung von Adipositas. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Entstehung von Adipositas bei Kindern und Jugendlichen, aber auch der Vitamin D und Knochenstoffwechsel in der kindlichen Entwicklung. Bei LIFE sind sie im LIFE-Child-Projekt tätig.