IFB-Nachwuchswissenschaftler als Gastforscher an der Vanderbilt University

Dr. Thomas Ebert erforscht die Auswirkungen der Adipositas auf die Nieren. In den USA konnte er seine Untersuchungen vertiefen.

Fotos: Dr. Th. Ebert
Impressionen aus Dr. Eberts USA-Reise

Dr. Thomas Ebert ist Nachwuchsforscher am IFB AdipositasErkrankungen. Unter Leitung von Prof. Mathias Faßhauer untersucht er die Zusammenhänge zwischen Adipositas und möglichen Nierenbelastungen. Im Rahmen eines IFB Nachwuchsförderprogramms (MetaRot) konnte der 29-Jährige drei Monate als Gastforscher in die USA reisen. Hier erzählt der junge Wissenschaftler, worum sich seine Forschungsarbeit dort drehte:

"Ich hatte die Möglichkeit von Januar bis April 2014 als Gastwissenschaftler in der Abteilung für Nephrologie und Bluthochdruck (Division of Nephrology and Hypertension) am Vanderbilt University Medical Center (VUMC) in Nashville, Tennessee, zu arbeiten.

In unserer Leipziger Arbeitsgruppe unter der Leitung von Prof. Mathias Faßhauer untersuchen wir von Fettzellen ausgeschüttete Hormone, auch Adipokine genannt. Diese Fettgewebshormone spielen bei adipösen Patienten in der Entstehung verschiedener Erkrankungen eine Rolle. Um Adipokine bei diabetischer Nephropathie – einer Folgeerkrankung der Nieren bei langjährigem Diabetes mellitus – zu erforschen, sind Untersuchungen an Tieren von entscheidender Bedeutung. Die Forschergruppe von Prof. Raymond C. Harris beschrieb erstmals einen bestimmten Mausstamm („enos db/ db Maus“), der eine Adipositas sowie einen Diabetes mellitus Typ 2 aufweist und nach kurzer Zeit eine diabetische Nephropathie entwickelt. Prof. Harris ist Leiter der Abteilung für Nephrologie und Bluthochdruck an der Vanderbilt University (Division of Nephrology and Hypertension, VUMC).

In Leipzig waren wir daher an diesem speziellen enos db/db Mausmodell interessiert und waren sehr erfreut, dass Prof. Harris einen dreimonatigen Studienaufenthalt ab Januar 2014 an seinem Institut ermöglichte. Während der drei Monate in der „Music City“ Nashville konnte ich mein Wissen über die enos db/ db-Maus erweitern und lernte grundlegende Techniken zur Untersuchung der Nierenfunktion bei den speziellen Mäusen (renale Endpunkten im Mausmodell). Während des Aufenthalts konnte ich sogar einzelne Experimente für unsere in Leipzig geplanten Projekte beginnen.

Neben den Erfahrungen im Forschungslabor der Division of Nephrology and Hypertension von Prof. Harris hatte ich die Möglichkeit, an den Wochenenden große Teile des „Volunteer States“ Tennessee zu bereisen und so die Städte Memphis, Knoxville, Chattanooga sowie den Nationalpark „Great Smoky Mountains“ zu besuchen. Aufgrund der zentralen Lage von Nashville war es zudem möglich, an Wochenenden auch in benachbarte Staaten und Städte zu fahren, z. B. Indianapolis, Louisville, Atlanta und Birmingham.

Meine Erfahrungen in Nashville werden mir helfen, Experimente unseres neuen Projektes in Leipzig innerhalb des IFB AdipositasErkrankungen vorzubereiten und durchzuführen. Wir planen den Einfluss von Adipokinen auf die Nieren noch weiter zu erforschen. Ich bin dem IFB sehr dankbar für seine Unterstützung während meines Aufenthalts, der durch das „MetaRot Programm“ des IFB möglich wurde".

Schlüsselwörter: IFB-Forschung, Folgeerkrankungen