IFB hilft jungen Patienten nach Reha niedrigeres Gewicht zu halten

IFB konzipiert Nachsorgeprogramm für Kinder und Jugendliche.

Viele stark übergewichtige (adipöse) Kinder und Jugendliche durchlaufen eine stationäre oder ambulante Adipositas-Therapie, um Gewicht zu verlieren. Das Beibehalten des erreichten Gewichtsverlusts nach solch einer Behandlung ist meist eine große Herausforderung. In Deutschland existieren bisher nur wenige wissenschaftlich evaluierte Nachsorgeangebote im Bereich der Kinder- und Jugendmedizin. Die Reha-Klinik am Kyffhäuser für Kinder und Jugendliche in Bad Frankenhausen kann seinen jungen Adipositaspatienten seit Februar 2013 ein gezieltes Nachsorgeprogramm anbieten. Konzipiert wurde dies vom Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen durch die Forschungsgruppe Präventive Medizin. Fünf weitere Reha-Kliniken kooperieren so mit dem IFB.

Das Nachsorgeprogramm basiert auf den Erfahrungen aus der telefonischen Beratung von Kindern und Jugendlichen im Bereich Adipositas sowie aus der ambulanten Adipositas-Therapie in diesen Altersgruppen (z. B. in Kooperation mit dem Verein KLAKS e.V. in Leipzig). Das Nachsorgeangebot umfasst regelmäßige Telefonberatungen über 6 Monate durch speziell geschulte Präventionsmanager (TeAM, Telefonberatung als Adipositasnachsorge-Maßnahme). Es richtet sich an 14-18-jährige Jugendliche nach erfolgter stationärer Adipositas-Rehabilitation. Methodisch basiert das Programm auf dem systemischen Beratungsansatz, der vor allem auf die Stärkung von eigenen Ressourcen und Kompetenzen abzielt. Die Abfolge ist in einem Studienhandbuch festgelegt, die Hauptinhalte der einzelnen Telefongespräche werden strukturiert dokumentiert. In den Beratungsgesprächen geht es um die Themen Stressmanagement, körperliche Aktivität und Freizeitgestaltung, sowie Ernährung und Essverhalten.

Das Ziel ist, das Gesundheitsverhalten der teilnehmenden Jugendlichen zu verbessern, um möglichst viel von dem in der Rehabilitation Erlernten dauerhaft in den Alltag einzubauen. Die Jugendlichen werden direkt über die Rehabilitationseinrichtung, wie das Rehabilitationsklinikum Bad Frankenhausen, angesprochen. Die Teilnahme ist freiwillig. Eine schriftliche Einwilligungserklärung der Eltern bzw. Erziehungsberechtigten und der Jugendlichen selbst sind Voraussetzung für die Programmteilnahme.

Das Programm findet im Rahmen einer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten wissenschaftlichen Studie des IFB statt. Die Ausgangsdaten wurden durch die Projektleiterin Jana Markert auf der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) am 4. Oktober 2013 in Hannover präsentiert und werden auch zum Reha-Tag der Kyffhäuser-Klinik für Kinder und Jugendliche in Bad Frankenhausen am 12.10.2013 vorgestellt.

Schlüsselwörter: Kinder & Jugendliche, Adipositasbehandlung