Herz-Kreislauf-Erkrankungen häufigste Todesursache

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind mittlerweile die häufigste Todesursache in Deutschland. Besonders adipöse Menschen sind betroffen.

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Am 29. September findet erneut der Welt-Herz-Tag statt. Initiiert von der World Heart Federation (WHF) wird er in Deutschland von der Deutschen Herzstiftung e. V. organisiert. An diesem Tag soll vor allem auf die Risiken von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfällen und deren Prävention hingewiesen werden. Bei adipösen Personen besteht ein erhöhtes Risiko für diese Herzleiden.

Erkrankungen von Herz und Blutgefäßen

Zu den sogenannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen im weitesten Sinne sämtliche Krankheiten des Herzens und der Blutgefäße. Darunter fallen laut Weltgesundheitsorganisation beispielsweise Bluthochdruck (Hypertonie), Schlaganfall, Thrombose, Krampfadern und die koronare Herzkrankheit, eine Verengung der Herzkranzgefäße, häufig hervorgerufen durch Arteriosklerose (umgangssprachlich Arterienverkalkung genannt). Durch Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, Stress und Rauchen werden diese Erkrankungen zumeist begünstigt. Herz-Kreislauferkrankungen sind medizinisch vor allem deshalb so bedeutsam, da sie für die Patienten schwere Folgen mit sich bringen können. So sind laut statistischem Bundesamt allein in Deutschland 40 Prozent der Todesfälle von 2011 auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen. Das macht diese Leiden mittlerweile zur häufigsten Todesursache. Oft setzt die Behandlung auch zu spät ein, da Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Arteriosklerose schleichend beginnen und zunächst keine Beschwerden machen.

Adipöse besonders gefährdet

Adipositas ist ein hoher Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei adipösen Menschen muss das Herz deutlich mehr Körpermasse mit Blut versorgen und steht so unter einer erhöhten Belastung. Dazu kommen meist ein erhöhter Blutdruck und erhöhte Blutfett- und Cholesterinwerte. Prof. Dr. Matthias Blüher, Wissenschaftler und Leiter der IFB AdipositasAmbulanz, untersucht zudem den Zusammenhang zwischen vorhandenem Fettgewebe und Herz-Kreislauf-Erkrankungen: „Wir gehen davon aus, dass Struktur und Funktion des Fettgewebes bei den meisten adipösen Menschen gestört sind und so adipositas-assoziierte Begleit- und Folgeerkrankungen entstehen“, so Prof. Blüher.[1] Im Tiermodell konnte bereits ein negativer Einfluss des Fettgewebes auf die Pumpfunktion des Herzens nachgewiesen werden. Schuld daran ist ein vom Fettgewebe produzierter Stoff (FABP4), der die Kontraktionsfähigkeit des Herzmuskels beeinträchtigt.

Durch erhöhte Blutfettwerte und Bluthochdruck entwickeln adipöse Menschen außerdem eher eine Arteriosklerose. Diese Verengung der Blutgefäße kann am Herzen und im Gehirn zur verminderten Durchblutung führen. Wenn ein Gefäß ganz verschlossen wird, kann es zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall kommen. Häufig entwickeln adipöse Patienten auch einen Typ-2-Diabetes. Die damit verbunden erhöhten Blutzuckerspiegel belasten die Blutgefäße noch zusätzlich.

Ursachen vermeiden

Zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten besonders wichtig. Um diese Ziele zu erreichen, kann adipösen Patienten in der AdipositasAmbulanz des IFB mit einem individuellen Ernährungs- und Bewegungsprogramm geholfen werden. Dabei stehen Sie unter regelmäßiger ärztlicher Aufsicht und können nicht nur ihr Gewicht, sondern auch ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen drastisch mindern.

Martin Liborak

[1] http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/2486.php

Schlüsselwörter: Folgeerkrankungen