Bewegungsprogramme nach Maß

Sport ist beim Abnehmen unverzichtbar. Mit dem neuen Spiroergometer kann das IFB messen, wie viel Bewegung für den Patienten gut ist.

Die Patienten des Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums (IFB) AdipositasErkrankungen, die im Rahmen ihrer Behandlung ein Sportprogramm absolvieren, profitieren seit Kurzem von einem neuen Diagnostikgerät: dem Spiroergometer. „Die Erhöhung der körperlichen Aktivität ist ein wichtiger Faktor unserer Adipositas-Therapie. Die Auswirkungen körperlicher Aktivität zum Beispiel auf die Reduktion des gefährlichen inneren Bauchfetts und den Gewichtsverlust nach einer bariatrischen Operation werden dabei in klinischen Studien im IFB untersucht“, erklärt IFB-Experte Prof. Matthias Blüher. „Natürlich soll das körperliche Training so individuell wie möglich sein und sich an der Leistungsfähigkeit des Patienten orientieren. Deshalb wurden jetzt am IFB Spiroergemetrie-Geräte angeschafft, mit denen die Leistungsfähigkeit unserer Patienten noch besser getestet werden kann.“

Unter Spiroergometrie versteht man die Messung von Atemgasen während körperlicher Belastung etwa auf dem Laufband- oder dem Fahrradergometer. Anfangsleistung und Steigerungsschritte der dabei vorgegebenen Belastung werden für den Patienten individuell festgelegt. Mit dem Spiroergometriegerät wird die Ausatemluft des zu testenden Patienten analysiert. Die Testperson trägt dabei eine Gesichtsmaske, an die ein Volumensensor zur Messung des ventilierten Luftvolumens sowie ein dünner Schlauch, die so genannte Absaugstrecke, angeschlossen sind. Der prozentuale Gasgehalt der Expirationsluft wird mit dem der Umgebungsluft verglichen. So lassen sich neben der Ausdauerleistungsfähigkeit einer Versuchsperson auch ihr Energiestoffwechsels während körperlicher Belastung (indirekte Kalorimetrie) sowie die Leistungsfähigkeit des Herz-Lungen-Systems testen.

Die klassische Spiroergometrie ist in der Medizin seit mehr als 100 Jahren als zuverlässige Analysemethode anerkannt. Zunächst war dieses Diagnostikverfahren meist jedoch nur dem Spitzensport vorbehalten. Seit einiger Zeit profitiert aber auch der Freizeit- und Breitensport davon. Und nun auch die Patienten des IFB. „So können wir besser maßgeschneiderte Bewegungsprogramme entwerfen, aber auch die Erfolge der Bewegung besser messen. Das kommt letztendlich unseren Patienten zugute“, so Professor Blüher.

Carmen Brückner

Schlüsselwörter: Adipositasbehandlung, Sport