Was lässt Kinder gesund bleiben?

Beim rewe-Kindertag klärte das IFB zu dieser Frage auf.

Foto: Frank Schmiedel

Beim rewe-Kindertag in Leipzig drehte sich alles um die Kleinen. Es ging ums Essen, Spielen und Spaß haben. Und mittendrin das IFB AdipositasErkrankungen. Was das miteinander zu tun hat? Das IFB gab Tipps für eine ausgewogene Ernährung sowie Informationen für Betroffene und zu Studien, denn Adipositas ist in Deutschland bereits bei Kindern und Jugendlichen ein Problem.

Der Stand des IFB AdipositasErkrankungen war entgegen der Erwartungen ein gefragter Anlaufpunkt. „Wir haben überhaupt nicht damit gerechnet, dass das Interesse an uns so groß ist“, sagt Verena Wendt. Gemeinsam mit Sarah Bergmann, Anja Keitel und Natascha Weinberger hat sie den rewe-Kindertag vorbereitet und vor Ort gemanagt. „Das Infomaterial zu Essstörungen, Selbstbild im Jugendalter und gesunder Ernährung war schnell weg, vor allem die Tipps für eine Grillparty waren gefragt“, so Sarah Bergmann.
Über die Kinder, die sich zum Malen am Stand niederließen, kamen die Psychologinnen mit den Eltern ins Gespräch und konnten einige Fragen klären, z.B. ob man Kinder auch vegetarisch ernähren könne. Ob vegetarisch oder nicht – Essen soll Spaß machen, und kann dabei auch gesund und ausgewogen sein.
Das ist es bei vielen Kindern in Deutschland jedoch nicht. Unter den Besuchern seien viele übergewichtige Kinder und Erwachsene gewesen, so die IFB-Expertinnen. Ein Bild, das alles andere als erfreulich ist. Das IFB hat als auf Adipositas spezialisierte Institution darauf hingewiesen, dass es Hilfe gibt. Verena Wendt und ihre Kolleginnen führen derzeit eine Eltern-Kind-Studie zur Ernährung und Entwicklung von Kindern durch.* Gesucht werden dafür normal- oder übergewichtige Eltern, deren Kinder zwischen sechs  Monaten und unter vier Jahre alt sind. Es geht dabei um die Fragen, wie sich das Gewicht von Kindern entwickelt, was Kinder gesund bleiben lässt und was man gegen Übergewicht tun kann. „Über 40 Familien haben wir auf unsere Studie hingewiesen, sogar ein paar Anmeldungen haben wir schon bekommen“, so Wendt. Entgegen aller Erwartung sei man auf großes Interesse und Wissbegier gestoßen.
Adipöse Kinder leiden nicht nur unter ihrem Übergewicht und an Folgeerkrankungen wie Diabetes II und Bluthochdruck, sondern vor allem auch unter sozialer Ausgrenzung und Benachteiligung. Letztere lassen sich nicht so einfach therapieren. Umso wichtiger ist es also, dass neue Erkenntnisse über die Ernährung und Entwicklung bei Kindern gewonnen werden. Für körperlich und seelisch gesunde Kinder.

Für alle Kinder und Eltern, die nicht beim rewe-Kindertag waren, aber trotzdem etwas über eine gesunde Ernährung erfahren möchten, gibt es hier ein paar Tipps...

Ernährungsempfehlungen:

  • Pflanzliche Lebensmittel essen, also Obst, Gemüse, Salat, Getreideprodukte und Hülsenfrüchte
  • Wenig tierische Lebensmittel wie Fleisch, Wurst und Eier essen
  • 2 Portionen fettarmer Milchprodukte und Vollkornprodukte täglich
  • Speisefette wie Butter, Margarine, Bratfette und Öle sparsam verwenden
  • Wenig Süßigkeiten und gezuckerte Getränke (Cola, Limonaden, Fruchtnektare)
  • Stattdessen reichlich Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees und Saftschorlen mit 1/3 Saftanteil trinken
  • 3 Hauptmahlzeiten, 2 kleine Zwischenmahlzeiten, dazwischen nur Getränke

Bewegungsempfehlungen:

  • Spielerische Bewegungen: längere und langsame Bewegungsphasen sind besser als kurze Kraftakte, die das Kind nicht lange durchhält. Schwimmen und Radfahren sind geeignet
  • Am Wochenende Bewegung für die ganze Familie!
  • Mehr körperliche Aktivität im Alltag: Rad statt Bus, Treppe statt Aufzug
  • Weniger Fernseh- und Computerkonsum

Tipps und Tricks für Eltern:

  • Ist es Hunger oder Appetit? Deshalb vor jedem Nachschlag etwas trinken
  • Langsam essen! Genuss entsteht beim Kauen.
  • Pausenbrote mitgeben, kein Geld
  • Eine Schatztruhe beinhaltet alle Süßigkeiten, die das Kind in einer Woche verzehren darf.
  • Süßigkeiten nicht offen herum liegen lassen, keine Vorräte anlegen
  • Immer das Verhalten des Kindes bewerten, nicht die Person
  • Die Regeln sind für alle Familienmitglieder gleich
  • Gemeinsam einkaufen und kochen
  • Nicht aus Langeweile essen. Kreativ sein und Alternativen üben

Schlüsselwörter: Kinder & Jugendliche, Prävention