Gesundheitspolitik trifft Praxis

Ministerialdirektorin besucht IFB AdipositasErkrankungen

Bärbel Brumme-Bothe, die Leiterin der Abteilung ‚Lebenswissenschaften – Forschung für Gesundheit’ am Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Berlin, besuchte Mitte Juli das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen in Leipzig. Sie wollte sich vor Ort einen Eindruck verschaffen, welche Strukturen und Aktivitäten in dem seit Mai 2010 existierenden Zentrum etabliert wurden.

Die Ministerialdirektorin betonte, wie dringlich eine verbesserte Erforschung und Behandlung krankhaften Übergewichts und seiner Folgeerkrankungen sei – vor allem bei der steigenden Zahl von Betroffenen. Brumme-Bothe ist im BMBF zuständig für alle universitären und außeruniversitären Einrichtungen der Gesundheitsforschung in Deutschland. Prof. Michael Stumvoll, Wissenschaftlicher Leiter des IFB, stellte die Konzeption des Zentrums und das bisher umgesetzte Programm vor.

Im Max-Planck-Institut (MPI) lernte Brumme-Bothe ein Forschungsprojekt des IFB kennen, in dem Prof. Arno Villringer, Dr. Annette Horstmann und ihr Team untersuchen, wie bestimmte Prozesse im Gehirn und erlernte Verhaltensmuster mit Essgewohnheiten und somit auch mit einer Adipositas zusammenhängen können. Dieses Projekt ist beispielhaft für die interdisziplinäre Forschung am IFB, denn hier arbeiten Experten aus der Neurobildgebung, den Kognitions- und Neurowissenschaften (MPI), der Endokrinologie, Psychologie und Genetik Hand in Hand.

Prof. Wieland Kiess, stellvertretender Wissenschaftlicher Leiter des IFB, zeigte Brumme-Bothe die Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum. Bereits seit Jahren behandeln die Pädiater dort junge adipöse Patienten. Auf dem Besuchsprogramm stand auch die Tagesklinik und die AdipositasAmbulanz für Kinder und Jugendliche. Diese spielt nach den Worten von Prof. Antje Körner “nicht nur für die Diagnostik und Behandlung, sondern auch bei der Erforschung der Adipositas und ihrer Folgeerkrankungen eine zentrale Rolle.“ Dr. Susan Blüher, Leiterin der Forscher-Nachwuchsgruppe im Bereich Adipositas-Prävention, erläuterte dem Gast das standardisierte, umfangreiche Untersuchungsprogramm, das Patienten dort durchlaufen. In der AdipositasAmbulanz für Erwachsene konnte Brumme-Bothe im Gespräch mit Prof. Matthias Blüher und einer Patientin aus erster Hand erfahren, wie der Ambulanzalltag aussieht.

Der Rundgang zeigte auch, wie entschlossen das Universitätsklinikum den Aufbau des IFB unterstützt, u.a. durch Investitionen für Sonderausstattungen in Untersuchungs-, Behandlungs- und Warteräumen sowie im OP-Bereich. Dazu kommen die Umbaumaßnahmen im Roten Haus, dem zukünftigen Domizil des IFB. Die Ministerialdirektorin zeigte sich sehr zufrieden mit dem in nur einem Jahr aufgebauten Forschungs- und Behandlungsspektrum des Zentrums und seiner Vernetzung mit Universität, Klinikum und Forschungseinrichtungen.

Das IFB AdipositasErkrankungen ist eines von acht Integrierten Forschungs- und Behandlungszentren, die in Deutschland vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert werden. Es ist eine gemeinsame Einrichtung der Universität Leipzig und des Universitätsklinikums Leipzig (AöR). Ziel der Bundesförderung ist es, Forschung und Behandlung interdisziplinär so unter einem Dach zu vernetzen, dass Ergebnisse der Forschung schneller als bisher in die Behandlung integriert werden können. Das IFB AdipositasErkrankungen hat derzeit über 40 Forschungsprojekte und wird mit insgesamt rund 120 Mitarbeitern das Feld der Adipositasforschung und -behandlung in den nächsten Jahren kontinuierlich ausbauen.

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