Und ewig lockt die Stolle...

Weihnachtszeit ist Schlemmerzeit. Das geht auch mit weniger Kalorien, als man glauben mag, sagt IFB-Ernährungsberaterin Jana Hösel.

Weihnachtszeit ist die Zeit des Lichts, der Ruhe und Besinnlichkeit. Und sie ist die Zeit des üppigen Essens und Trinkens: Stollen, Lebkuchen, Glühwein, Feuerzangenbowle… Auf dem Weihnachtsmarkt lauert die Verlockung fast an jeder Bude. Versuchungen sollte man nachgeben, sagte einst Oscar Wilde. Da widerspricht auch Ernährungsberaterin Jana Hösel nicht. Es kommt nur darauf an, wie oft und vor allem welchen man nachgibt. Auf dem Weihnachtsmarkt in Leipzig gibt es nämlich auch eine ganze Reihe „leichter“ Spezialitäten, die eine Versuchung wert sind.

Es sind das Licht, die Musik, der Schmuck, die Menschen und die Düfte, die eine ganz besondere Atmosphäre auf dem Weihnachtsmarkt zaubern. Glühwein liegt in der Luft, Bratwurst, Crêpes, Champignonpfanne, Knoblauchbrot, gebrannte Mandeln. Wer wird da nicht schwach? Vor allem, wenn einem der Magen knurrt nach einem anstrengenden Arbeitstag. „Mit Hunger sollte man deshalb nicht unbedingt auf den Weihnachtsmarkt gehen“, sagt Jana Hösel. Sonst tappt man in die Falle: Man isst viel zu viel. Das ist gerade in der Weihnachtszeit alles andere als ratsam. Denn Butter, Zucker und Alkohol stecken in jedem Gebäck oder Getränk.

Die Weihnachtsküche ist gehaltvoll, das kann man nicht leugnen. „Das hat mit der Kulturgeschichte unserer Speisen zu tun“, erklärt Jana Hösel. Zucker und Alkohol haben in Zeiten, in denen es keinen Kühlschrank gab, Lebensmittel haltbar gemacht. Mehl- und butterhaltige Gerichte brachten die Menschen einst durch den strengen und nahrungsmittelarmen Winter.

Heute herrscht jedoch kein Mangel mehr und körperlich schwere Arbeit wird zunehmend von geistiger abgelöst. Reserven muss sich also keiner mehr anfuttern. „Außerdem waren früher solche gehaltvollen Speisen etwas Besonderes. Das sind sie heute nicht mehr, sie sind selbstverständlich geworden.“ Jana Hösel rät, sich wieder darauf zu besinnen, indem man sich einfache Regeln schafft: Stollen oder Lebkuchen gibt es nur an den Adventssonntagen. Von Plätzchen nur zwei am Tag, nicht die ganze Dose.

Der Weihnachtsmarkt hat neben dem Klassiker der Bratwurst auch viele andere Leckereien zu bieten: Ofenkartoffel mit Quark, Fischbrötchen, Knoblauchbrot oder Champignonpfanne. „Das alles sind schmackhafte Alternativen“, so Jana Hösel. Zum Naschen empfiehlt sie statt gebrannten Mandeln getrocknete Apfelringe und Cranberries oder Fruchtspießen. Und wer sich doch etwas Deftiges, Schweres gönnt, kann das gut durch ein leichtes Abendessen ausgleichen oder durch mehr Bewegung, indem man zum Weihnachtsmarkt spaziert und wieder zurück. „Das Geheimnis ist, maß- und genussvoll zu essen.“

Neben den traditionellen, üppigen Weihnachtsspeisen hat der Weihnachtsmarkt auch viele Spezialitäten zu bieten. Verschiedene Senfsorten – von kräftig und scharf bis mild und süß mit Feigen- oder Orangenaroma – können verkostet werden. „Damit kann man sich selbst belohnen oder andere beschenken“, sagt Jana Hösel. Auch besondere Öle und diverse Essigsorten sind dort zu finden, mit denen man in der eigenen Küche experimentieren kann. Ebenso wie mit Gewürzen aus aller Welt. „Die sind nicht nur schön anzuschauen, sondern bringen einen besonderen Geschmack in die Gerichte. Warum nicht mal bunten Pfeffer in die eigene Küche bringen? Das ist besser als Salz“, sagt Jana Hösel. So kann man auch in der Weihnachtszeit schlemmen und genießen – ganz ohne schlechtes Gewissen.

Schlüsselwörter: Ernährung & Diäten, Gesellschaft & Soziales