Was passiert bei unkontrolliertem Essverhalten im Gehirn? Teilnehmer für PET/MRT-Studie gesucht.

Das IFB AdipositasErkrankungen sucht Teilnehmer für eine neue neurowissenschaftliche Studie.

Tabelle zur Einschätzung des BMI

Übergewicht und Adipositas gehen u.a. auf Defizite in der Kontrolle des Essverhaltens zurück. Dabei scheint der Nervenbotenstoff Azetylcholin eine wichtige Rolle zu spielen. Diese Studie untersucht diesen Zusammenhang erstmalig unter Nutzung hochmoderner Bildgebungs-Technologie.

Mit Hilfe von Gehirnaufnahmen, die durch die kombinierte Positronen-Emissions- und Magnet-Resonanz-Tomografie erhalten werden, werden die Hirnregionen, die Azetylcholin-Rezeptoren aufweisen (das sind Rezeptoren, an die z.B. auch Nikotin bindet), im Zusammenhang mit Essensreizen untersucht. Zur Einschätzung des Essverhaltens und anderen neuropsychologischen Parametern füllen die Probanden Fragebögen aus.

Die Ergebnisse dieser Studie werden ein Schritt hin zu einem medikamentösen und verhaltenstherapeutischen Ansatz sein, der die Kontrolle des Essverhaltens bei entsprechenden Patienten verbessern soll.
Studienleiter ist Prof.Dr. Swen Hesse (Molekulare Neurobildgebung der Adipositas am IFB).

Wir suchen:     
ProbandInnen (Alter 18 bis 65 Jahre) mit einem
 BMI > 35 kg/m² oder
BMI < 25 kg/m²
Die Tabelle rechts oben dient der Orientierung anhand derer der eigene BMI eingeschätzt werden kann.

Wichtig: Sie sollten NICHTRAUCHER sein!

Was erwartet Sie:
Die Studie nutzt zwei bildgebende Verfahren, kombiniert in einem Gerät (PET/MRT):
(1) Positronen-Emissions-Tomographie (PET), um die Verteilung schwach radioaktiver Verbindungen sichtbar zu machen und biochemische Funktionen abzubilden. Für die hier vorgestellte Studie sind die Bindungsstellen des Botenstoffs Azetylcholin im Hirn von besonderem Interesse. Die PET-Untersuchung ist ein sicheres quantitatives Verfahren, das wir seit 1998 in Leipzig verwenden. Selbstverständlich erhalten Sie vor der Untersuchung eine detaillierte Aufklärung durch einen erfahrenen Nuklearmediziner als Prüfarzt.
(2) Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT), um Veränderungen der Hirnfunktion und -struktur zu erfassen. Die MRT nutzt Magneteffekte, die für den Körper unbedenklich sind.

Was müssen Sie tun?
Die Studie erfordert Ihre Anwesenheit bei uns in der Klinik an 2 Tagen innerhalb von 2 Wochen:
Tag 1, ca. 5 Stunden Zeitaufwand
Nach einer Voruntersuchung, die sicherstellen soll, dass Sie gesund sind, werden wir Sie bitten einige Fragebögen auszufüllen und entnehmen Ihnen eine Blutprobe.
Anschließend erfolgt die erste PET/MRT-Untersuchung Ihres Gehirns. Während der Aufnahme werden Sie ruhig und entspannt gelagert.
Tag 2, ca. 4 Stunden Zeitaufwand
Es erfolgt eine weitere PET/MRT-Untersuchung, während der Sie gebeten werden, Bilder verschiedener Nahrungsmittel zu bewerten.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an
Dr. rer. nat. Julia Luthardt/ Studienkoordination
0341 97-18024 / Julia [dot] Luthardt [at] medizin [dot] uni-leipzig [dot] de
Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin
Stephanstr. 9a, Haus 5.2
04103 Leipzig