Kognitionsfördernde Therapie bei Erwachsenen mit Adipositas – eine randomisierte kontrollierte Wirksamkeitsstudie (Prof. Dr. Anja Hilbert, abgeschlossen)

Menschen mit Adipositas weisen Schwierigkeiten bei Entscheidungsfindung, Planung, Problemlösung und Handlungssteuerung auf. Man bezeichnet dies als Defizite in den Exekutivfunktionen. Diese Schwierigkeiten gehen mit einem geringeren Gewichtsverlust in konservativer und chirurgischer Therapie der Adipositas einher. Trotz der Relevanz von beeinträchtigten Exekutivfunktionen bei Adipositas hat die Forschung erst damit begonnen, therapeutische Methoden zu entwickeln, die diese Funktionen bei Adipositaspatienten verbessern. Kognitive Remediationstherapie beinhaltet dabei mentale Übungen zur Verbesserung von Exekutivfunktionen.

Laufzeit: 01.05.2015 – 31.01.2019

 

Beschreibung des Forschungsprojekts

Zum Denken über das Denken selbst wird angeregt (Förderung von sog. Metakognitionen), und neue Denkstrategien werden entwickelt und im Alltag erprobt. Die Kognitive Remediationstherapie ist bereits ein bewährter Behandlungsansatz bei verschiedenen psychischen Störungen, zum Beispiel der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Erste Hinweise liegen vor, dass die Kognitive Remediationstherapie Exekutivfunktionen und Gewichtsverlust bei der Adipositas verbessern könnte. Ziel dieser Studie ist, die Wirksamkeit der Kognitiven Remediationstherapie bei adipösen Patienten vor Beginn einer Gewichtsreduktionsbehandlung zu prüfen.

Personen mit Adipositas (Fettleibigkeit) weisen Defizite in exekutiven Funktionen auf (z. B. Schwierigkeiten bei der Entscheidungsfindung, Planung, Problemlösung, Inhibition und Flexibilität). Diese Schwierigkeiten wurden mit einem geringeren Gewichtsverlust in konservativer und chirurgischer Therapie der Adipositas in Verbindung gebracht. Trotz der Relevanz von Exekutivfunktionen bei Adipositas hat die Forschung erst damit begonnen, Interventionen zu entwickeln, die diese Funktionen bei dieser Gesundheitsstörung verbessern. Die Kognitive Remediationstherapie (CRT) stellt dabei einen etablierten Behandlungsansatz für neurokognitive Funktionen bei einer Bandbreite von psychischen Erkrankungen und Gesundheitsstörungen dar. Erste Hinweise liegen vor, dass die CRT Exekutivfunktionen und Gewichtsverlust bei der Adipositas verbessern könnte. Jedoch steht ein konfirmatorischer Test, besonders bezüglich eines Einsatzes vor Gewichtsreduktion, aus. Ziel des vorliegenden Forschungsprojekts ist es, die Wirksamkeit von CRT vor behavioraler Gewichtsreduktionstherapie in einer randomisiert-kontrollierten Studie gegenüber Nicht-Behandlung bei adipösen Patienten der IFB AdipositasAmbulanz zu bestimmen. Es wird vermutet, dass Personen, die eine kurze gruppenbasierte CRT erhalten, nicht nur verbesserte Exekutivfunktionen aufweisen, sondern auch einen größeren Gewichtsverlust in nachfolgender behavioraler Gewichtsreduktionstherapie.

Beteiligte Wissenschaftler

Prof. Dr. Anja Hilbert (Projektleitung)
Prof. Dr. Mathias Faßhauer
Dr. David Petroff
Dipl.-Psych. Claudia Hübner
Dipl.-Psych. Marie Blume
 

Prof. Dr. Anja Hilbert

IFB Professur für Verhaltensmedizin
Mitglied: Vorstand, Interne Begutachtungskommission
Projektleitung

+49 341 97-15361 und -15360

anja [dot] hilbert [at] medizin [dot] uni-leipzig [dot] de

Dipl.-Psych. Marie Blume
Dipl.-Psych. Claudia Hübner