Psychosoziale Aspekte

Die Fünf-A-Beratung zur Behandlung adipöser Patienten in der hausärztlichen Versorgung : Eine cluster-randomisierte kontrollierte Studie (INTERACT) (Prof. Dr. Steffi Riedel-Heller)

Aktuelle Studien zeigen, dass die Beratung von Patienten mit Adipositas durch ihre Hausärzte intensiviert werden kann. Nach dem Vorbild der Raucherentwöhnung wurden vom Kanadischen Adipositasnetzwerk die Fünf As der Behandlung von Adipositas (Ask, Assess, Advise, Agree, Assist) erarbeitet und angepasst, um die Interaktion zwischen Arzt und Patient zu verbessern.

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Bearing Obesity – Psychologische Risikofaktoren einer exzessiven Gewichtszunahme während der Schwangerschaft (Prof. Dr. Anette Kersting)

Die Studie untersucht psychische Risikofaktoren, die nachweislich für die Entwicklung von Adipositas verantwortlich sind, und deren Wirkung bei einer exzessiven Gewichtzunahme während der Schwangerschaft. Traumatische Lebensereignisse, Missbrauch und Vernachlässigung in der Kindheit, Essstörungen, Impulsivität, sowie psychische Faktoren (u. a. Depression) werden dabei als wichtige psychologische Risikofaktoren für eine exzessive Gewichtszunahme während der Schwangerschaft untersucht.

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Kognitionsfördernde Therapie bei Erwachsenen mit Adipositas – eine randomisierte kontrollierte Wirksamkeitsstudie (Prof. Dr. Anja Hilbert)

Menschen mit Adipositas weisen Schwierigkeiten bei Entscheidungsfindung, Planung, Problemlösung und Handlungssteuerung auf. Man bezeichnet dies als Defizite in den Exekutivfunktionen. Diese Schwierigkeiten gehen mit einem geringeren Gewichtsverlust in konservativer und chirurgischer Therapie der Adipositas einher. Trotz der Relevanz von beeinträchtigten Exekutivfunktionen bei Adipositas hat die Forschung erst damit begonnen, therapeutische Methoden zu entwickeln, die diese Funktionen bei Adipositaspatienten verbessern. Kognitive Remediationstherapie beinhaltet dabei mentale Übungen zur Verbesserung von Exekutivfunktionen.

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Internalisiertes Stigma als Stressor – pathophysiologische und psychologische Konsequenzen für die Entwicklung einer Intervention (Dr. Claudia Luck-Sikorski)

Die Stigmatisierung und Diskriminierung, die Menschen mit Adipositas erleben, wirken sich als Stressoren negativ auf die Gesundheit der Betroffenen aus – vor allem, wenn sie das negative Fremdbild stark als Selbstbild annehmen (Selbststigma). Probanden mit hohem und niedrigem Selbststigma werden befragt; Speichel- und Blutproben dieser Gruppen werden auf Cortisol untersucht, ein Hormon das in Stresssituationen ausgeschüttet wird. Mit diesen und mit Ergebnissen früherer Stigma-Studien soll ein verhaltenstherapeutischer Behandlungs-ansatz entwickelt werden, der den Betroffenen hilft mit der Stigmatisierung besser umzugehen. Bei drei Gruppen, die mit diesem Ansatz behandelt wurden, werden nochmals Befragungen sowie Speichel- und Bluttests durchgeführt.

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Verhaltenskorrelate der Diskriminierung von Adipositas – ein experimenteller Ansatz (Dr. Claudia Luck-Sikorski)

Menschen mit Adipositas sind in der Gesellschaft konfrontiert mit negativen Haltungen und Ablehnung (Stigmatisierung). Wissenschaftler/innen gehen davon aus, dass dies auch zu Diskriminierung z. B. im Berufsleben führt. Bisher gibt es kaum verlässliche Untersuchungen zu diesem Phänomen. In dieser Studie werden deshalb die Ursachen und Mechanismen von Diskriminierung untersucht. Dafür werden die Reaktionen von Studienteilnehmern in Rahmen eines Experiments zur sozialen Interaktion untersucht. Außerdem werden mit Fragebögen und fiktiven Personenbeschreibungen Beurteilungen und Reaktionen untersucht, die die Gesundheitsversorgung von Menschen mit Adipositas betreffen. Probestunden von über- und normalgewichtigen Probanden in Fitness-Studios werden durchgeführt und ausgewertet.

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Diskriminierungserfahrungen und internalisiertes Stigma bei Menschen mit Adipositas (Dr. Claudia Luck-Sikorski)

Menschen mit Adipositas begegnen Vorurteilen, Ablehnung und Diskriminierung. Diese Studie ermittelt die Art und das Ausmaß der Diskriminierung durch die Befragung von rund 1000 adipösen Männern und Frauen. Die Erfahrung von Diskriminierung als öffentlich erlebte Stigmatisierung spielt wahrscheinlich eine Rolle bei der Entstehung des Selbst-Stigmas. Bei dem Phänomen der Selbst-Stigmatisierung übertragen die Betroffenen die negativen Eigenschaften, die adipösen Menschen zugeschrieben werden, auf sich selbst. Dieses Selbst-Stigma sowie die Diskriminierungserfahrungen sind Stressoren, die sich negativ v. a. auf die psychische Gesundheit auswirken. Die Ergebnisse dieser Studie können zu verbesserten Therapien beitragen, die einen besseren Umgang mit den Stressoren ermöglichen.

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Teufelskreis der Gewalt nach Kindesmisshandlungen: Prävalenzen und Zusammenhänge von Adipositas und sexuellem Missbrauch während der Schwangerschaft (Prof. Dr. phil. Birgit Wagner)

Kindesmisshandlungen, wie sexueller, körperlicher und emotionaler Missbrauch, kommen in der Allgemeinbevölkerung relativ häufig vor. Zahlreiche Studien zeigen inzwischen einen Zusammenhang zwischen der Adipositas und traumatischen Kindheitserfahrungen. Dennoch wurde bisher darauf bei adipösen Frauen kaum geachtet. Emotionales Essverhalten und ein negatives Körperbild aufgrund der Missbrauchserfahrung können zu Entstehung und Aufrechterhaltung des Übergewichts beitragen und Abnehmversuche vereiteln. In dieser Studie wird bei adipösen schwangeren Frauen ein Missbrauchshintergrund untersucht und dessen Einfluss auf das Essverhalten. Ebenso werden Ansätze für eine Behandlung angestrebt.

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Modulation der Adipozyten-Differenzierung, der Adipozytokin-Produktion und anderer metabolischer Parameter durch psychopharmakologische Substanzen in vitro (Prof. Dr. Hubertus Himmerich)

Adipositas ist ein häufiges Problem bei psychisch kranken Patienten, und umgekehrt leiden viele adipöse Menschen unter psychischen Erkrankungen. Wenn Psychopharmaka eingesetzt werde, kommt es oft zu einer weiteren Gewichtszunahme durch den anregenden Effekt der Medikamente auf das Appetitzentrum im Hypothalamus. In dieser Studie werden erstmals die Stoffwechsel-Effekte auf die Körper- und Fettzellen bei der Gabe von bestimmten Psychopharmaka untersucht, die mit einer Gewichtszunahme bzw. auch mit Gewichtsabnahme assoziiert sind. Diese interdisziplinäre Studie hat zum Ziel die Gewichtszunahme bei Einnahme bestimmte psychopharmakologischen Substanzen und ihre Stoffwechselkonsequenzen auf zellulärer Ebene besser zu verstehen.

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Erhaltungstherapie nach Gewichtsreduktion bei übergewichtigen und adipösen Erwachsenen durch Stärkung des sozialen Netzwerks (STERN) (Prof. Anja Hilbert / Prof. Dr. Swen Hesse)

Viele Menschen nehmen nach erfolgreicher Reduktion ihres Gewichts langfristig wieder zu. In dieser Studie findet eine Therapie zur Erhaltung des reduzierten Gewichts und gesünderen Lebensstils Anwendung. Der Schwerpunkt der Behandlung liegt dabei auf der Stärkung des sozialen Netzwerks. Teilnehmer sind übergewichtige und adipöse Erwachsene nach einer nicht-operativen Gewichtsreduktionsbehandlung. Ziel der Studie ist zu untersuchen, ob diese Erhaltungstherapie machbar und im Vergleich zur üblichen Behandlung wirksam ist. Aus diesem Grund werden die Teilnehmer zufällig einer der beiden Behandlungsformen zuge-teilt. Darüber hinaus wird in zwei Teilstudien untersucht, ob sich auch biologische Messwerte bei den Teilnehmern verändern.

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Einstellungen von Menschen in Gesundheitsberufen zur bariatrischen Chirurgie – Identifikation von Hürden zur Überweisung durch Hausärzte und andere Berufsgruppen (Prof. Dr. Steffi G. Riedel-Heller)

Diese Studie untersucht Wissen und Einstellungen von fünf verschiedenen Behandlergruppen im Gesundheitssystem (Hausärzte, Internisten, Orthopäden, Pädiater, Diätfachkräfte) zu den beiden Wegen der Gewichtsreduktion: zu Veränderungen des Lebensstils und zur Adipositaschirurgie. Zusätzlich werden Einstellungen zu adipösen Patienten im Allgemeinen erfasst. Die Ergebnisse aus diesen Erhebungen sollen in eine Broschüre einfließen, die Behandler in ihrer Arbeit mit adipösen Menschen unterstützt.

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Suizidalitätsneigung, Traumaprävalenz und posttraumatische Belastungsstörung nach bariatrischer Chirurgie (Prof. Dr. phil. Birgit Wagner / Prof. Dr. Anette Kersting)

Obwohl Adipositasoperationen (z.B. Schlauchmagen, Umgehung von Darmteilen) bei adipösen Patienten die derzeit erfolgversprechendste Therapie sind, nehmen manche Patienten langfristig wieder zu. Diese Studie erforscht in einer Langzeituntersuchung die Ursachen dafür. Vor einer bariatrischen Operation werden psychosomatische und psychiatrische Risikofaktoren wie z.B. Depression oder Essstörungen ausgewertet. Untersucht wird außerdem inwieweit Impulsivität, Stigmatisierung, selbstverletzendes Verhalten, Aggression, traumatische Erfahrungen und Suizidneigung die Gewichtsabnahme beeinflussen.

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