Forschungspraktikum am IFB AdipositasErkrankungen - Erfahrungen eines dänischen Studenten (Teil 2)

Der dänische Forschungspraktikant Bror Tobiasen setzt hier seinen Bericht über seine Arbeit im Forschungslabor und seine Erfahrungen in Leipzig fort. Begeistert hat ihn sowohl die Forschungsarbeit als auch die Stadt Leipzig.

IFB-Forschungspraktikant Bror Tobiasen
Forschungspraktikant Bror Tobiasen bei der Untersuchung von Fettgewebe (Foto: IFB Adipositas)
Laborarbeit
Am wichtigsten für Bror war die praktische Forschungsarbeit im Labor. Die Lehrveranstaltungen des "Theoretischen Begleitprogramms" gaben einen guten Überblick über die Adipositasforschung. (Foto: IFB Adipositas)

Über Brors Start in Leipzig und im Forschungspraktikum berichtete das vorhergehende "Aktuelle Thema". Bror setzt hier seinen Bericht über seine Arbeit im Forschungslabor und seine Erfahrungen in Leipzig fort:

In den ersten Wochen bestand meine Arbeit im Labor aus molekularen Verfahren im Labor. Dabei wurde ich schnell in die tägliche Routine einbezogen und meine Mitarbeit im Projekt, sowie die mir übertragenen Aufgaben stiegen beständig an. Die Arbeitsgruppe, besonders die Labortechnikerin Viola, war extrem hilfreich und nahm sich sehr viel Zeit um mir alle Techniken und Geräte im Labor zu erklären. Während des Praktikums konnte ich Wissen und praktische Erfahrung im Forschungslabor ausbauen (mit  verschiedenen PCR-Typen, Western Blotting, ELISA, Durchflusscytometrie, In-situ Hybridisierung). Ich lernte viel in der Routinearbeit z. B. im grundlegenden Umgang mit Zellkulturen unter sterilen Bedingungen. Außerdem konnte ich Methoden zum Einbringen oder Ausschalten von Genen in Fettzellen (Transfektion und Knock-Out) durchführen.

Den größten Gewinn zog ich definitiv aus den praktischen Anwendungen und Erfahrungen während des Praktikums: Es ist eine Sache sich mit der Theorie eines Forschungsfeldes zu beschäftigen und die relevanten Publikationen zu lesen, eine ganz andere aber, selbst im Labor zu arbeiten. Momentan arbeite ich an meinem eigenen kleinen Projekt, was mir viel Spaß macht. Es gibt mir Verantwortung und stellt mich vor Herausforderungen, was ich sehr lohnend finde. Natürlich passieren manchmal Fehler, aber das gehört eben auch dazu.

Adipositas-Operation am Universitätsklinikum Leipzig
Bror konnte Prof. Dietrich (li.) bei einer Adipositas- oder bariatrischen Operation über die Schulter schauen. (Foto: IFB Adipositas)

Neben meiner Arbeit im Labor hatte ich die Chance, an einer ganzen Reihe von Vorträgen bewundernswerter Wissenschaftler, die sich leidenschaftlich für ihr Forschungsgebiet interessieren, teilzunehmen und so mein Wissen über die vielen Facetten von Adipositas zu erweitern. Ich durfte außerdem bei einer bariatrischen Operation hospitieren, die von Prof. Dr. Arne Dietrich durchgeführt wurde. Ich war sehr beeindruckt von seiner Arbeit als Chirurg.

Zusammenfassend kann ich festhalten, dass das Praktikum mir ermöglich hat, tiefere Einblicke in die vielfältigen Herausforderungen und Möglichkeiten im Feld der Adipositasforschung zu gewinnen. Das Erarbeiten von Tiermodellen in der Adipositas, die einen hohen translationalen Wert haben, ist wichtig. Es trägt zu einem besseren Verständnis in die extrem komplexe und facettenreiche Pathogenese von Adipositas bei, hilft dabei Kandidatengene, die eine Assoziation mit Adipositas aufweisen, ausfindig zu machen und wird hoffentlich dabei helfen das gewonnene Wissen auch auf den Menschen zu übertragen. Das Praktikum hat mich darin bestärkt eine Karriere in der biomedizinischen Forschung anzustreben und meine Begeisterung nur weiter gesteigert.

Bror im OP
Ein Highlight für Bror war, bei einer bariatrischen Operation dabei zu sein. (Foto: IFB Adipositas)

Neben der akademischen Arbeit hatte ich aber auch Zeit den Leipziger Zoo, Konzerte mit klassischer Musik und die Leipziger Buchmesse zu besuchen. Ich habe einige gute Bars und Cafés ausprobiert und noch eine Menge anderer Dinge unternommen. Leipzig ist eine großartige Stadt, die viel zu bieten hat.
Wenn du also, ebenso wie ich, darüber nachdenkst Karriere in der Forschung zu machen, bietet das MS Pro Forschungspraktikum eine einzigartige Möglichkeit, dieser Frage nachzugehen und deine Forschungsleidenschaft auf die Probe zu stellen. Die einzige Voraussetzung an dich ist, dass du gewillt bist zu Lernen und viele Fragen zu stellen. Im schlimmsten Fall stellst du fest, dass dieses Gebiet nichts für dich ist und auch diese Erkenntnis ist eine wertvolle Erfahrung. Schließlich finden wir hoffentlich alle etwas, das uns begeistert. Dank dem Praktikum weiß ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Bror Tobiasen

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Weitere Informationen bieten auch die Webseiten zum Forschungspraktikum (MS Pro) und zu den Doktorandenprogrammen MD Pro 1 und MD Pro 2. Studierende, die sich für ein Forschungspraktikum interessieren, sowie Doktoranden mit Interesse an der Adipositasforschung, können sich an Claudia Silbermann wenden:

Claudia Silbermann, M.A.
Personalentwicklung, Qualifizierungsprogramme

Tel.: +49 341 97-15948
E-Mail: karriere [at] ifb-adipositas [dot] de