Forschungspraktikum am IFB AdipositasErkrankungen - Erfahrungen eines dänischen Studenten (Teil 1)

Das IFB AdipositasErkrankungen bietet Studierenden der Medizin oder Naturwissenschaften durch ein sechswöchiges Praktikum in einem der IFB-Forschungsbereiche die Möglichkeit, Einblicke in die medizinische Forschungsarbeit zu gewinnen.

IFB-Forschungspraktikant Bror Tobiasen
Der dänische Veterinärmedizinstudent Bror Tobiasen war von seinem Forschungspraktikum (2016) am IFB begeistert. (Foto: IFB Adipositas)
Bror Tobiasen studiert an der Universität Kopenhagen Veterinärmedizin. (Foto: IFB Adipositas)

Das IFB unterstützt durch diese Forschungspraktika (MS Pro) sowie durch weitere Nachwuchsprogramme (MD Pro 1 und 2) junge Wissenschaftler. In diesem Jahr ergriff auch ein dänischer Student die Chance, ein Forschungspraktikum in Leipzig zu machen. Hier ist sein Erfahrungsbericht:

Mein Name ist Bror Tobiasen. Ich bin ein 24-jähriger Student der Veterinärmedizin an der Universität Kopenhagen in Dänemark. Während meiner Studienzeit fokussierte ich meine fachliche Qualifikation auf Biomedizin und Forschung. Es war mir dabei immer ein Anliegen herauszufinden, ob die Forschung für mich ein mögliches Interessensgebiet ist. Durch den Besuch verschiedener Kurse habe ich mein großes Interesse an Endokrinologie, Pharmakologie, Physiologie, sowie der Arbeit mit und die Entwicklung von Tiermodellen entdeckt. Besonders interessieren mich dabei die Themen Adipositas, Diabetes, Metabolisches Syndrom, braunes Fettgewebe und natürlich auch die Schnittstellen dieser Bereiche. Als ich zufällig auf die Möglichkeit zur Teilnahme an einem Forschungspraktikum am Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen in Leipzig stieß, wusste ich, dass dies meine Chance war, Erfahrungen im klinisch-medizinischen Forschungsbereich meines Interessensgebietes zu sammeln.

Leipziger Augustusplatz
Bror hat die Stadt Leipzig sehr gut gefallen. (Foto: IFB Adipositas)

Ich bewarb mich auf eine Stelle in der Forschungsgruppe um Dr. Nora Klöting-Blüher, da ihr Projekt „Tiermodelle bei Adipositas“ mein Interesse geweckt hatte. Es geht dabei um das Verständnis des komplexen Zusammenhanges aus Pathogenese (Krankheitsentstehung), Regulation und Mechanismen der Adipositas mit dem Ziel, Gene zu identifizieren, die in Adipositasregulation und Metabolismus (Stoffwechsel) eine Rolle spielen. Neben der Mitarbeit in einem Forschungsteam würde das Praktikum auch aus einem begleitenden Theorieprogramm bestehen, mit wöchentlichen Vorträgen der leitenden IFB-Forscher. Das wäre ein guter Überblick zu den vielen Aspekten der Adipositasforschung. Ich überlegte also nicht zweimal, bevor ich meine Bewerbung losschickte.

Tatsächlich wurde ich als Praktikant ausgewählt und begriff schnell, dass ich für zwei Monate nach Deutschland reisen würde, um dort in einer Stadt zu leben, über die ich nicht das Geringste wusste; ein ziemlich einschüchternder Gedanke, aber vor allem auch sehr aufregend. Da ich nicht viel über Leipzig wusste, musste ich Google zu Rate ziehen. Nach einer kurzen Suche wurde mir klar, dass es eine sehr interessante Stadt mit einer spannenden Kulturgeschichte ist. Nicht nur ist sie Teil der ehemaligen DDR; auch einige der größten und bekanntesten Musiker und Poeten haben dort gelebt. Die ganzen praktischen und logistischen Aspekte meines Aufenthalts zu koordinieren war etwas überwältigend, da ich eine wichtige Prüfung vor meiner Abreise hatte, aber glücklicherweise hat alles geklappt. Ich fand ein wirklich nettes Zimmer in einer Wohngemeinschaft, die ich mit vier anderen deutschen Studenten teilte und nur fünf Gehminuten vom Labor entfernt war. Die größte Herausforderung in der Organisation des Praktikums war die Einbindung in meinen Studienplan, aber mit Hilfe des Studenten und Karrierezentrums meiner Uni hat alles geklappt und sobald der Papierkram erledigt war, konnte es losgehen.

IFB Forschungslabor
In den IFB Forschungslaboren gewann Bror interessante erste Erfahrungen in der Forschungsarbeit. (Foto: IFB Adipositas)

Ehe ich mich versah fand ich mich in Leipzig wieder und der erste Praktikumstag war da. Natürlich war ich ein bisschen aufgeregt, da alle meine Erwartungen für das Praktikum sehr bald auf dem Prüfstand stehen würden. Das Programm begann mit einem Seminar über die Stigma-Forschung im Bereich Adipositas und wurde von Dr. Claudia Luck-Sikorski gehalten. Es war ein super Einstieg und gab uns einen Überblick über die vielen Dilemmas und Einflüsse verschiedener Faktoren in der Adipositasforschung. Daneben bot das Seminar auch eine erste Gelegenheit die anderen Praktikanten kennen zu lernen, wobei sich zeigte, dass wir uns alle im selben Boot befanden: die Tatsache, dass wir alle niemanden in Leipzig kannten, schweißte uns zusammen. Nach dem Vortrag wurde es Zeit unsere Forschungsgruppen kennen zu lernen. Nachdem ich mich im Labor kurz vorgestellt hatte, bekam ich eine Tour durch die Räumlichkeiten des Forschungszentrums und traf meine Kollegen.

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Wie es für Bror Tobiasen und sein Forschungspraktikum weiter lief, erfahren Sie in Teil 2 seines Praktikumberichts.  Informationen zu den Forschungspraktika am IFB bietet diese Webseite.