Adipositas-Chirurgie – Fachleute aus Mitteldeutschland planen Kooperation

Prof. Arne Dietrich und Dr. Tatjana Schütz vom IFB AdipositasErkrankungen initiierten im Februar 2015 ein erstes Treffen der mitteldeutschen Kollegen aus dem Feld der Adipositas- oder Bariatrischen Chirurgie. Ziel ist es, in Zukunft stärker in Forschung und Qualitätssicherung zu kooperieren.

bariatrischer Eingriff im OP-Saal
Die Zahl der Adipositas- oder bariatrischen Eingriffe nimmt zu (Foto: IFB Adipositas)

Eine vermehrte Zusammenarbeit kann langfristig die chirurgische Therapie krankhaften Übergewichts verbessern. Bariatrische Operationen sind eine vergleichsweise junge Disziplin im Bereich der Chirurgie. Deshalb etablierte das IFB AdipositasErkrankungen 2011 die bundesweit erste Professur für bariatrische Chirurgie, um diese Therapieform weiter zu erforschen und zu optimieren. Der Bereich Bariatrische Chirurgie am Universitätsklinikum Leipzig wurde im Januar 2014 durch die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) als Kompetenzzentrum für Adipositaschirurgie zertifiziert. Dies bestätigt den hohen Behandlungsstandard in Leipzig. Arne Dietrich ist Professor für Bariatrische Chirurgie am IFB und leitet den gleichnamigen Bereich am Universitätsklinikum. Derzeit laufen außerdem verschiedene wissenschaftliche Studien des IFB im Bereich der operativen Adipositastherapie.

Zu den bariatrischen Eingriffen gehören z. B. die Schlauchmagenbildung oder Anlage eines Roux-Y-Magenbypasses, wo neben einer Magenverkleinerung noch eine Umleitung und Verkürzung der Darmpassage erfolgt. Bariatrische Eingriffe bewirken, dass die operierten Patienten weniger Nahrung aufnehmen und verdauen können und so in der Folge abnehmen. Insbesondere nach Bypassverfahren kommt es zu zusätzlichen, z. B. hormonellen Veränderungen, die Begleiterkrankungen wie Diabetes positiv beeinflussen. Oft sind solche Operationen die einzige Chance für sehr stark adipöse Menschen, ausreichend Gewicht verlieren und wieder ein annähernd normales Leben führen zu können. Deshalb nimmt die Zahl der bariatrischen Eingriffe immer mehr zu.

Zum ersten „Studientreffen Bariatrie Mitteldeutschland“ im Februar kamen ärztliche Kolleginnen und Kollegen aus dem Universitätsklinikum Jena, dem SRH Wald-Klinikum Gera sowie von der Universität Magdeburg. Dazu kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Medizin und Forschung des IFB und der Universitätsmedizin Leipzig. Prof. Dietrich unterstreicht, dass „bestimmte klinische Studien nur bei wissenschaftlicher Kooperation mehrerer Zentren umgesetzt werden können“. Diskutiert wurde unter anderem eine Beteiligung mitteldeutscher Kliniken an Leipziger Studien im Bereich Verhaltensmedizin und Fettgewebsforschung. Ebenso besprachen die Experten eventuelle, gemeinsame Studien z. B. zu bariatrischen Operationsverfahren sowie die erweiterte Datensammlung zu Adipositas- und Nachoperationen im Sinne einer verbesserten Qualitätssicherung.

Weitere Treffen auch mit Ärzten und Forschern aus Dresden, Freital und Köln werden folgen, um die Kooperationen im Bereich Bariatrische Chirurgie auszubauen. Profitieren sollen die Patientinnen und Patienten mit Adipositas, die in zunehmendem Maße operativ behandelt werden. So stieg etwa von 2008 bis 2012 die Zahl bariatrischer Eingriffe gemäß einer DAK-Erhebung hierzulande um 64 Prozent – Tendenz weiter steigend.

Doris Gabel

Schlüsselwörter: Adipositaschirurgie, IFB-Forschung