IFB-Wissenschaftlerin wird mit Nachwuchspreis ausgezeichnet

Bereits zum dritten Mal in Folge geht ein Nachwuchspreis 2014 für besondere Forschungsleistungen in Medizin und Life Sciences an eine Wissenschaftlerin des IFB.

Natascha-Alexandra Weinberger (2. Reihe 1. v.l.) und das Team der Eltern-Kind-Studie am IFB

Die Verleihung fand am 18. Dezember 2014 anlässlich des Leipziger Research Festivals der Medizinischen und der Biowissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig im Max-Bürger-Forschungszentrum statt. Dabei werden jeweils die besten Poster zu wissenschaftlichen Fragen prämiert.

Die Gewinnerin eines Posterpreises, Natascha-Alexandra Weinberger, arbeitet im Bereich kindliche Adipositas am IFB-Zentrum. Anlass genug um der Nachwuchswissenschaftlerin ein paar Fragen zu stellen:

Wie lange sind Sie am IFB und in welchem Projekt sind Sie tätig?
Ich arbeite seit Januar 2011 neben meinem Psychologiestudium als wissenschaftliche Hilfskraft im IFB-Forschungsprojekt "Adipöse Eltern – adipöse Kinder. Psychologisch-psychiatrische Risikofaktoren elterlichen Verhaltens und Erlebens für die Entwicklung einer Adipositas bei Kindern im Alter von 0 bis 3 Jahren".

Mit was beschäftigt sich die Forschung Ihres Teams generell?
Die Eltern-Kind-Studie untersucht, ob und inwiefern das elterliche Verhalten gegenüber ihren Kindern in den ersten drei Lebensjahren zur Entstehung von Adipositas beiträgt. Die teilnehmenden Familien wurden hierzu im Verlauf von 3 Jahren u.a. bei einer gemeinsamen Mahlzeit aufgenommen, interviewt und haben umfangreiche Fragebögen, zum Beispiel zu Stresserleben, Essverhalten und Ernährung, ausgefüllt. Die Ergebnisse der Untersuchungen und Beobachtungen könnten helfen, ein Präventionsprogramm für Risikokinder zu entwickeln.

Was war der Titel und Inhalt Ihrer wissenschaftlichen Präsentation als Poster?
Der Titel des Posters lautete: “Exploring adult attachment-related behaviour in a virtual social environment: weight-group differences and Reflective Functioning in ‘Simoland’ ”. Untersucht habe ich das Verhalten von adipösen und normalgewichtigen Müttern der Eltern-Kind-Studie im „Simoland“. Das ist ein Computerspiel, in dem man u.a. auch mit einem virtuellen Partner interagieren kann (z.B. kuscheln, sich unterhalten, gemeinsam tanzen).
Von besonderem Interesse war dabei der mögliche Einfluss der Mentalisierungsfähigkeit der Spielenden darauf, wie sie ihre Spielfigur haben handeln lassen. Mentalisierung bedeutet, eine Vorstellung davon zu besitzen, welche mentalen, also geistigen Gründe für das Verhalten eines Menschen vorliegen könnten. Bei den bisher gängigen Verfahren um Bindung und Mentalisierung im Erwachsenenalter zu untersuchen, handelt es sich entweder um Fragebögen oder Interviews, die sehr zeit- und kostenintensiv in Durchführung und Auswertung sind. Ein 15-minütiges Computerspiel könnte daher in dieser Hinsicht Abhilfe schaffen und macht zudem mehr Spaß als das Ausfüllen eines Fragebogens.

Wie kamen Sie dazu sich beim Research Festival zu bewerben?
Meine Arbeitskolleginnen, die z.T. im vergangenen Jahr am Research Festival teilgenommen hatten, haben mir davon erzählt und mich ermuntert die Ergebnisse meiner Masterarbeit dort vorzustellen. Da es mir eine gute Möglichkeit schien, erstmals meine Forschungsarbeit auch in einem größeren Rahmen zu präsentieren und mit anderen Nachwuchswissenschaftlern zu diskutieren, habe ich mich schließlich dazu entschlossen ein Abstract für das Research Festival einzureichen.

Was bedeutet Ihnen die Auszeichnung?
Für mich bedeutet es, dass auch außerhalb meiner Arbeitsgruppe das Thema auf Interesse gestoßen ist und meine Arbeit anerkannt wurde. Dafür bin ich sehr dankbar und ich freue mich auch einige Wochen nach dem Festival noch sehr darüber.

Was sind ihre Zukunftspläne?
Zunächst steht natürlich der Abschluss meines Masterstudiums Ende dieses Semesters im Vordergrund. Danach würde ich sehr gerne weiter in der Forschung arbeiten und nebenbei die Psychotherapeutenausbildung beginnen.

Vielen Dank für Ihre Antworten.

Mehr Informationen zur „Eltern-Kind-Studie“ finden Sie auch unter: http://kinderps.uniklinikum-leipzig.de/

Martin Liborak

Schlüsselwörter: IFB-Forschung, Kinder & Jugendliche, Kinderwunsch & Familie