Deutsche Diabetes Gesellschaft zeichnet Prof. Michael Stumvoll mit Werner-Creutzfeldt-Preis aus

Für seine Forschungsarbeiten zur Entstehung eines Diabetes mellitus sowie zu Adipositas erhielt Prof. Michael Stumvoll kürzlich den diesjährigen Werner-Creutzfeldt-Forschungspreis der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG).

Prof. Dr. Michael Stumvoll
Prof. Dr. Michael Stumvoll

Für seine Forschungsarbeiten zur Entstehung eines Diabetes mellitus sowie zu Adipositas erhielt Prof. Michael Stumvoll kürzlich den diesjährigen Werner-Creutzfeldt-Forschungspreis der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG). Herausgehoben wurden v. a. seine Untersuchungen zum Diabetesmedikament Metformin, zur Messung von Insulinempfindlichkeit und Betazell-Funktion, sowie seinen jüngeren Arbeiten zu Fettgewebshormonen und der Rolle des Gehirns bei Adipositas.

Prof. Stumvoll erforscht insbesondere das Zusammenwirken von abnehmender Insulin-wirkung (Insulinresistenz) und dem Versagen der Betazell-Kompensation in der Pathogenese des Typ-2-Diabetes. Die Betazellen der Bauchspeicheldrüse schütten das Hormon Insulin aus. Er untersucht u. a. ein Verfahren, um mit Hilfe eines oralen Glukose-Toleranz-Tests, Maße für die Insulinempfindlichkeit und die Betazell-Funktion zu ermitteln. Eine Insulinresistenz, als Vorstufe des Diabetes mellitus, ist eine häufige Begleiterkrankung bei Adipositas. Dabei spielen Adipokine (Fettgewebshormone) und ihre Wirkung auf den Stoffwechsel eine entscheidende Rolle. Stumvolls Untersuchungsfokus lag deshalb in den vergangenen Jahren auf verschiedenen Adipokinen wie Adiponectin, Leptin, und zusammen mit Leipziger Arbeitsgruppen zuletzt auch auf Vaspin, Chemerin und dem Adipocyte Fatty Acid Binding Protein (AFABP).

„Der Preis ist eine große Ehre“, unterstrich Stumvoll nach der Verleihung im Rahmen des DDG-Jahreskongresses in Berlin. „Adipositas und Diabetes sind ein unheilvolles Paar. Oft führt krankhaftes Übergewicht zu Diabetes. Ohne eine wirksame Vorbeugung und Behandlung der Adipositas können wir gegen die wachsende Zahl der Diabetiker wenig ausrichten.“

Der 50-jährige Wissenschaftler und seine Forscherteams arbeiten am Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen, dessen Leitung er innehat, sowie im Sonderforschungsbereich „Mechanismen der Adipositas“ der Universität Leipzig. Außerdem ist er Direktor der Klinik und Poliklinik für Endokrinologie und Nephrologie am Universitätsklinikum Leipzig. Der Wahlleipziger kommt gebürtig aus Bayern und arbeitet seit 2004 am Universitätsklinikum der Messestadt.

Der Werner-Creutzfeldt-Preis geht an forschende Mediziner und Naturwissenschaftler für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Pathophysiologie und Therapie des Diabetes mellitus, insbesondere mit dem Forschungsschwerpunkt gastrointestinale Hormone. Der Preis ist durch die Lilly Deutschland GmbH mit 10.000 Euro dotiert.

Doris Gabel

Schlüsselwörter: IFB-Forschung, Folgeerkrankungen, Diabetes