Qualitätszertifikat für Adipositaschirurgie am Uniklinikum Leipzig

Die Sektion Bariatrische Chirurgie wird als Kompetenzzentrum zertfiziert - Patienten profitieren von hohen Qualitätsstandards in Leipzig.

Die Sektion Bariatrische Chirurgie am Universitätsklinikum Leipzig erhielt im Januar 2014 die Zertifizierung zum Kompetenzzentrum für Adipositaschirurgie und ist somit das einzige seiner Art in der Region Leipzig. Damit bestätigt die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) den Spezialisten an Uniklinikum und IFB AdipositasErkrankungen ihre besondere Expertise in der chirurgischen Behandlung sowie der Vorbereitung und Nachsorge der Patienten. Die DGAV hatte in ihrer Begutachtung unter anderem die Qualität der Versorgung, der Strukturen, der Fortbildungen und der begleitenden Forschung durch das IFB als sehr gut bewertet. Solche Qualitätszertifikate zeichnen also die hohen Standards eines Zentrums aus.

Die chirurgische Adipositasbehandlung gewinnt bei der steigenden Zahl stark adipöser Menschen immer mehr an Bedeutung. Viele Fachleute sehen die Ursache für die starke Verbreitung krankhaften Übergewichts vor allem in einer immer mehr dick-machenden Umwelt, die von Überernährung und Bewegungsmangel geprägt ist. Neben diesen umweltbedingten Einflüssen begünstigen auch genetische, biologische oder psychosoziale Faktoren die Entstehung einer Adipositas. Meistens ist die Ursache eine Kombination aus mehreren Faktoren. Dem trägt die Versorgung am Uniklinikum Leipzig in Zusammenarbeit mit dem IFB Adipositas-Erkrankungen Rechnung: Verschiedene Ärzte, Psychologen, Ernährungstherapeuten und Forscher arbeiten zusammen, um jeden Patienten individuell und optimal zu behandeln. 

„Für Patienten, die schon Programme zur Gewichtsreduktion durchlaufen haben, aber nicht ausreichend abnehmen konnten, und bei denen bereits Folgeerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder eine Fettleber vorliegen, kann ein bariatrischer Eingriff in Frage kommen“, erklärt PD Dr. Arne Dietrich, kommissarischer Leiter der Sektion Bariatrische Chirurgie am Uniklinikum Leipzig. Jeder einzelne Fall wird von den behandelnden Ärzten, Ernährungsspezialisten und Psychologen gemeinsam beraten; ein Eingriff erfolgt nur nach Zustimmung dieses Gremiums und Kostenübernahme durch die Krankenkasse.

Verschiedene Operationsmethoden kommen zum Einsatz, die z. B. dazu führen, dass die zugeführte Nahrungsmenge kleiner wird, wie etwa beim Schlauchmagen. Andere chirurgische Verfahren verringern die Menge der aufgenommenen Nährstoffe zusätzlich durch die Umgehung von Dünndarmabschnitten, wie etwa beim Magenbypass. Am Uniklinikum Leipzig werden so jährlich etwa 100 Patienten erfolgreich behandelt. Neben einem großen Gewichtsverlust kommt es häufig zu einer Linderung oder sogar dem Verschwinden der Begleiterkrankungen (z. B. Typ-2-Diabetes). Die Patienten berichten von einem großen Gewinn an Lebensqualität in den Monaten nach der OP. "Studien belegen mittlerweile, dass diese Effekte nachhaltig sind und auch zu einer Verlängerung der sonst verkürzten Lebenserwartung führen“, so Dietrich.

Deutschlandweit gibt es 39 Zentren mit einer Zertifizierung für Adipositas- und metabolische Chirurgie. "Das besondere in der Adipositasbehandlung in Leipzig ist vor allem die Interdisziplinarität. Bevor eine operative Therapie durchgeführt wird, werden alle Möglichkeiten der konservativen Therapie ausgeschöpft. Die Patienten werden über mehrere Monate begleitet.  Auch werden sowohl Erwachsene als auch Jugendliche behandelt – ebenso wie Menschen mit extrem hohem Body-Mass-Index. Besonders die langfristige Nachsorge v. a. von bariatrischen Patienten ist sicherstellt", unterstreicht Dr. Tatjana Schütz. Sie koordiniert die verschiedenen wissenschaftlichen Studien im Forschungsbereich Bariatrischen Chirurgie des IFB AdipositasErkrankungen. Die Erkenntnisse aus dieser Forschung werden die operative Adipositastherapie weiter verbessern.

Doris Gabel