Helfen Apps beim Abnehmen?

Das Angebot an Apps für eine Ernährungsumstellung oder mehr Training ist vielseitig.

Foto: cc flickr Sascha Kohlmann
Foto: cc flickr Sascha Kohlmann

Zur Dokumentation der täglichen Kalorienaufnahme, als Schrittzähler oder Fitnesscoach: Das Angebot an Apps zur Unterstützung bei einer Ernährungsumstellung oder eines ausgewogenen Sportprogramms ist vielfältig. Das Smartphone wird durch die Installation von diversen Programmen scheinbar zum Alleskönner in Sachen Ernährungs- und Trainingsberatung. Doch was können die viel versprechenden Programme für Smartphone und Tablet-Computer wirklich leisten?

Mit über 5 Millionen Downloads auf das Handy-Betriebssystem Android ist die App Noom eine der am häufigsten herunter geladenen Programme zur Unterstützung einer Ernährungsumstellung mit dazugehörigem Trainingsprogramm. Die Basisversion  ist sowohl für Android Smartphones als auch iPhones kostenlos verfügbar. Nach Eingabe der persönlichen Daten Alter, Größe, Gewicht und Wunschgewicht erstellt die Software einen persönlichen Abnehmplan. Dieser basiert hauptsächlich auf der Methode des Kaloriendefizits, d. h. man soll weniger Kalorien als benötigt zu sich nehmen, um Fettreserven abzubauen. Um dies zu erreichen, muss man seine täglichen Mahlzeiten und Trainingseinheiten möglichst genau eingeben und versuchen im vorgegebenen Kalorienbereich zu bleiben. Die App unterstützt und motiviert mit zahlreichen Sonderaufgaben oder Bonuspunkten bei Erreichen von vorgegebenen Zielen. Zusätzlich bietet sie einen integrierten Fitnesscoach, eine Lebensmitteldatenbank, einen Schrittzähler und ein Forum zum Austausch mit anderen Nutzern.

Wer lieber sein Sportverhalten analysieren und verbessern möchte, kann eine der vielen Fitness-Apps ausprobieren. Eine der beliebtesten, welche ebenfalls in der Basisversion kostenlos zur Verfügung steht, ist Runtastic Laufen & Fitness. Die App zeichnet mit Hilfe von Satelliten (GPS) die Sportaktivitäten des Nutzers wie Laufen, Radfahren, Wandern, Walking oder Joggen auf und wertet diese aus. Das Ergebnis sind Informationen über Geschwindigkeit, Kalorienverbrauch oder die gelaufene Strecke. Archiviert wird der Fortschritt in einem Trainingstagebuch und einer Gesamtstatistik.

Neben den umfangreichen Apps Noom und Runtastic gibt es auch noch zahlreiche kleinere Programme, die eine Ernährungsumstellung zumindest unterstützen können. So beinhalten die kostenlosen Apps Bewusst einkaufen, MyFitnessPal Kalorienzähler oder Calorie Counter eine umfassende Lebensmitteldatenbank, mit deren Hilfe man die täglichen Kalorien zählen kann. Des Weiteren gibt es Apps wie Diet Point oder Eat Smarter, die zahlreiche Rezeptideen mit Kalorienangaben bieten. Inzwischen gibt es sogar Programme wie Food DB, die Nährwertangaben nach einscannen des Barcodes von Lebensmittelverpackungen anzeigen.

Letztlich haben jedoch alle genannten Apps eines gemeinsam: sie sind zwingend auf die richtige und vollständige Eingabe der Daten des Nutzers angewiesen. Werden persönliche Informationen oder Mahlzeiten falsch oder lückenhaft erfasst, arbeiten die Apps nicht korrekt. Zudem können die digitalen Helfer stets nur unterstützend wirken. Ein medizinisch begleitetes Ernährungs- und Trainingsprogramm, wie am IFB AdipositasErkrankungen angeboten, kann auf individuelle Begebenheiten besser eingehen und bietet zudem die unerlässliche persönliche Beratung. Eines ist jedenfalls in allen Therapiefällen notwendig: Motivation und die entsprechende Selbstdisziplin zum gesünderen Leben.

Martin Liborak