Erfolgreicher Intensivkurs zu Ernährungstherapie vor und nach Adipositas-Operationen

Der Auftakt in Leipzig war sehr erfolgreich. Eine Fortsetzung folgt im November.

Erstmals fand Ende Mai der Intensivkurs „Ernährungstherapie im Kontext der bariatrischen Chirurgie“ vom Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e.V. (VDD) in Kooperation mit dem IFB AdipositasErkrankungen und dem Universitätsklinikum in Leipzig statt. Das Seminar war schnell ausgebucht und deshalb gibt es im November dieses Jahres einen zweiten Kurs. Und zwar wieder in Leipzig. Da die Adipositas-Chirurgie ein noch vergleichsweise junges Feld ist, besteht speziell in der Diättherapie vor und nach solchen Eingriffen noch großer Informationsbedarf. So soll etwa die Ernährung vor der Operation eine vergrößerte, verfettete Leber wieder verkleinern und somit das Operationsrisiko senken. Nach dem Engriff muss z.B. beachtet werden, dass der Patient trotz der verringerten Nährstoffaufnahme genügend Vitamine und Mineralstoffe erhält sowie ein normales Essverhalten trainiert.

Dr. Tatjana Schütz, IFB-Ernährungswissenschaftlerin und wissenschaftliche Koordinatorin im Forschungsbereich der Adipositas-Chirurgie (Bariatrische Chirurgie), ist es zu verdanken, dass das Seminar in Leipzig stattgefunden hat. „Ich hatte gehört, dass der VDD den Bedarf an einem solchen Kurs erkannt hat, und habe dann Leipzig und die Kooperation mit dem IFB und Uniklinikum ins Gespräch gebracht.“ Der Kurstitel lehnt sich an den Leitfaden „Ernährung im Kontext der bariatrischen Chirurgie“ an, den Mario Hellbardt (Diätassistent und Gesundheitswissenschaftler), der seit Mai am IFB tätig ist, zusammen mit dem VDD im letzten Jahr herausgegeben hat. Adressiert war das Seminar an Diätassistenten, die sich in der Betreuung von bariatrischen und massiv adipösen Patenten fachlich qualifizieren und ihre Beratungskompetenz erweitern möchten.

Eine bariatrische Operation ist oft die letzte therapeutische Möglichkeit, Patienten mit schwerer (morbider) Adipositas zu behandeln, bei denen die konservativen Therapieansätze versagt haben. Je nach operativem Verfahren wird eine Verminderung der möglichen Nahrungsmenge bzw. eine verminderte Aufnahme (Malabsorption) der Nährstoffe aus dem Darm bewirkt, was zu einer Gewichtsabnahme führt. Für den Patienten bedeutet dies eine grundlegende Umstellung seiner Ernährung und eine lebenslange Nachsorge. Die Diättherapie bildet somit einen entscheidenden Baustein in der Versorgung adipöser Patienten vor und nach bariatrischen Eingriffen.

Der Kurs war fächerübergreifend: Neben Ernährungsthemen wurden auch psychologische und gesundheitsökonomische Aspekte sowie Fragen zur Wirksamkeit von Medikamenten (Pharmakokinetik) diskutiert. 20 Diätassistenten aus ganz Deutschland haben an den insgesamt 23 Unterrichtseinheiten teilgenommen. Das Feedback zur Veranstaltung fiel positiv aus. Die Referenten, darunter 8 von insgesamt 10 aus dem IFB bzw. Uniklinikum, wurden mit gut bewertet.

Literaturempfehlung:
Hellbardt, Mario (Hrsg.) (2011): Ernährung im Kontext der bariatrischen Chirurgie. Ein diättherapeutischer Leitfaden für die Betreuung und Beratung von adipösen Erwachsenen im Rahmen der interdisziplinären prä- und postoperativen Versorgung bei adipositas-chirurgischen Eingriffen. Lengerich.

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