Erster Leitfaden für eine Diättherapie

Daran waren auch Dr. Tatjana Schütz und Lars Dietrich beteiligt.

Die Zahl bariatrischer Eingriffe zur Gewichtsreduktion steigt in Deutschland deutlich und stetig. Eine erfolgreiche Reduktion des Körpergewichts hängt aber nicht nur von einer Operation ab, sondern insbesondere von einer begleitenden Diättherapie. Bislang fehlte es jedoch an standardisierten Vorgaben, wie diese auszusehen hat. Nun hat der Verband der Diätassistenten - Deutscher Bundesverband e.V. (VDD) unter der Leitung von Mario Hellbardt (Diätassistent/ Medizininscher Ernährungsberater und Sprecher der Arbeitsgruppe Adipositas) und Marleen Meteling-Eeken (Diëtist (NL)/ Wissenschaftliche Mitarbeiterin VDD e. V.) den ersten Leitfaden für eine Diättherapie nach bariatrischen Operationen vorgelegt. Im deutschsprachigen Raum eine bislang einmalige Sache. An der Erarbeitung waren auch Dr. Tatjana Schütz, Ernährungswissenschaftlerin am Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen Leipzig, sowie Diätassistent Lars Dietrich beteiligt.

Im Bereich der Diättherapie gab es bisher für Patienten, die vor einem bariatrisch-chirurgischen Eingriff stehen oder einen solchen bereits hinter sich gebracht haben, keine umfassende Zusammenstellung diättherapeutischer Empfehlungen. „Der vorliegende Leitfaden schließt somit eine Lücke und bietet die Grundlage für eine standardisierte Betreuung der Patienten vor und nach der Operation“, erklärt Dr. Tatjana Schütz. „Gedacht ist er als praxistaugliche Orientierungshilfe für Ernährungsfachkräfte, die von Diätassistenten erarbeitet wurde.“
Zunächst gibt der Leitfaden einen Überblick über das komplexe Thema Adipositas, bevor er sich dem zentralen Aspekt der diättherapeutischen Betreuung bei adipositas-chirurgischen Eingriffen widmet. Schwerpunkte sind neben der diättherapeutischen Anamnese und dem diättherapeutischen Befund, die prä-operative sowie die post-operative Versorgung. Denn restriktive und malabsorptive bariatrische Verfahren begünstigen zwar auf der einen Seite den Gewichtsverlust, auf der anderen Seite können sie jedoch zu Beschwerden und Nährstoffmängeln führen, die durch die richtige Diättherapie gelindert werden können. „Neben postoperativem Kostaufbau und Langzeiternährung wird deshalb beispielsweise auch aufgezeigt, wie man mit möglichen Komplikationen nach bariatrisch-chirurgischen Eingriffen wie Erbrechen, Durchfall, Eiweiß-, Vitamin- und Mineralstoffmangel umgeht bzw. dem vorbeugt“, so Schütz.
Zwar kommt der Diättherapie besonders im Zusammenhang mit bariatrischen Eingriffen eine große Bedeutung zu. Doch unabhängig davon, müsse jeder Patient immer interdisziplinär behandelt werden, so Schütz. „Die Diättherapie ist neben der Verhaltenstherapie und körperlicher Aktivität eine wichtige Säule in der Behandlung adipöser Patienten. Trotz aller Handlungsempfehlungen ist außerdem entscheidend, dass für jeden Patienten ein individueller Weg auf Grundlage der wissenschaftlichen Erkenntnisse gefunden werden muss.“

Schlüsselwörter: Ernährung & Diäten, Adipositasbehandlung